Am Mittwoch, den 18. Mai, gastierte Thomas Kapielski im Forum universitatis. Der bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller las unter anderem aus seinem, in der edition suhrkamp erschienenen, Prosaband “Mischwald”.
Kapielskis “Mischwald” stellt eine oftmals vignettenhafte Aneinanderreihung von kurzen Textpassagen dar. Dabei wird keine offensichtliche Handlung ausgetragen; vielmehr steht jede Textstelle für sich und tritt zugleich in Dialog mit anderen Textstellen des “Mischwald”. So ergibt sich ein komplexes Netz von Querverweisen und Interferenzen innerhalb des Prosabandes. Es leuchtete ein, als der Autor während der Lesung seine literarische Verfahrensweise als ein Arbeiten nach dem Prinzip der “thematischen Adhäsion” beschrieb. In seinen Werken stellt Kapielski amüsante Beobachtungen aus einem affektierten Kunstbetrieb an und lamentiert zugleich die Verkümmerung der echten Kultur. Die Heiterkeit an der Oberfläche des Kapielskischen Textes wird somit von einer tiefen subkutanen Traurigkeit begleitet. Gerade die Heterogenität seines Werkes sorgte für eine anregende Lesung und eine belebte Diskussionsrunde.
Mehr zu diesem renommierten Autor, Pressestimmen und eine Rezension zu “Mischwald” findet Ihr in unserem Programmheft.
