Posts tagged ‘Lesung’

Juni 10, 2012

Felicitas Pommerening

SONY DSCAm 5. Juni 2012 durften wir die Autorin Felicitas Pommerening im Philosophicum begrüßen. Sie las aus ihrem Debüt Weiblich, jung, flexibel, das 2011 im Herder Verlag erschienen ist.

Das mit einem lockeren Erzählstil operierende Werk erzählt die Geschichte zweier Uni-Absolventinnen, die in die Berufswelt einsteigen. Der Erzählband, der vornehmlich von dem Herder Verlag als Sachbuch vermarktet wird, changiert gekonnt zwischen unterschiedlichen Genres. Teils Roman, teils Reportage, teils Drehbuch bietet Weiblich, jung, flexibel eine unterhaltsame Lektüre, die trotz der sporadisch auftretenden stilistischen Schwächen zum Nachdenken über die Probleme der sogenannten Generation Praktikum anregt. Das Werk darf durchaus als Debattenbeitrag verstanden werden, wobei Erfahrungen aus erster respektive zweiter Hand literarisch verarbeitet werden. In ihrem Nachwort appelliert Pommerening an junge Akademiker und Akademikerinnen, ihre oft prekäre Lebenssituation als Chance zur Selbstverwirklichung aufzufassen, und hat damit durchaus Recht.

In einer anregenden Diskussion, die sich an die gut besuchte Lesung anschloss, verriet Pommerening, dass ihr zweiter Erzählband bereits im Manuskript vorliege, in dem die Geschichte von Carlynn und Ellen fortgesetzt werde. Man darf gespannt sein.

Mehr zu Felicitas Pommerening und eine ausführliche Rezension zu Weiblich, jung, flexibel findet Ihr in unserem Programmheft. Auch die unipress hat über die Lesung berichtet (siehe Bild).

Programmheft Felicitas Pommerening

Januar 20, 2012

Benedict Wells

Am 18. Januar 2012 hatten wir unsere Rekordlesung mit an die Hundert Zuhörern! Grund für den Massenauflauf überwiegend weiblichen jungen Publikums war Benedict Wells, der aus seinem Roman Fast genial las. Dabei schlüpfte Wells auf charmante Art in jede einzelne seiner Figuren und verlieh ihnen mit seiner Stimme Leben.

Wells schaffte es gekonnt, zwar wichtige und spannende Stellen des Buches vorzutragen, aber dennoch entscheidende Passagen, und besonders den Schluss, wegzulassen, so dass das Lesefieber geweckt war.

Nebenbei berichtete der junge Autor von der wahren Hintergrundgeschichte des Buches und erzählte auch die ein oder andere Anekdote aus seinem Leben. Es war also ein gelungener Abend!

Mehr Informationen zum Autor und zu Fast genial findet Ihr in unserem Programmheft.

Programmheft Benedict Wells

Dezember 17, 2011

Martin Mosebach

Pünktlich zum Jahresende, am 15. Dezember 2011, rundete der Georg-Büchner-Preisträger Martin Mosebach unser Programm ab. Anders als zunächst angekündigt, entschied sich Mosebach spontan nicht aus seinem aktuellen Prosaband Was davor geschah zu lesen, sondern auf sein Steckenpferd – die Erzählung – zu setzen.

In seinem Essayband Als das Reisen noch geholfen hat, ist der historische Roman das konstante Element einer Wanderung zwischen Literaturgeschichtsschreibung und Kunst. Doderer, Mann oder Goethe – der germanistische Kanon taucht ein in eine vielschichtige Analyse. „Nichts kann einem Schriftsteller gefährlicher werden, als das Festhalten an einem bestimmten Theoriekonstrukt“, betont Mosebach. Bei der Rezeption stellt er klare Anforderungen: Der Leser soll lernen, soll erfahren, soll reicher aus dem Lektüreerlebnis hervorgehen als zuvor.

Ohne Frage zeigt Mosebach in zahlreichen Nuancen seine sprachliche Brillanz und sein schriftstellerisches Können. Es wird schnell ersichtlich, warum er zur literarischen Elite Deutschlands zählt. Auf der anderen Seite ist Mosebach ein Schriftsteller der polarisiert. Insbesondere in der anschließenden Diskussion wurden ausdrucksstarke Ansichten vertreten.

Mehr zu Martin Mosebach, seinem Werk, Pressestimmen und eine Leseprobe zu Was davor geschah findet Ihr in unserem Programmheft.

Programmheft Martin Mosebach

November 10, 2011

Ingo Schulze

21 Jahre nach dem Fall der Mauer und 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, besuchte uns am 9. November 2011 der, aus der ehemaligen DDR stammende, derzeit amtierende Mainzer Stadtschreiber Ingo Schulze. Der bereits mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnete Routinier las aus vier seiner Werke.

Zunächst sorgte ein bizarrer Augenblick des Glücks für kopfschüttelnde Lacher. Eher nachdenklich stellten wir uns die Frage Was wollen wir?. Durch die Augen des Enrico Türmer erhielten wir in Neue Leben Einsicht in eine Jugend in Ostdeutschland und erfuhren, wie schwierig es ist, ein Rebell zu sein.

Die titelgebende Geschichte aus Handy. Dreizehn Geschichten in alter Manier war nicht nur höchst amüsant, sondern eignete sich hervorragend als Auslöser für das auf die Lesung folgende Publikumsgespräch. Denn   brauchen wir nicht  alle ein bisschen Privatsphäre? Wie ernst darf man die Scheidungsdrohung der Ehefrau des Erzählers nehmen? Für die zahlreichen Besucher hätte das offene Gespräch noch Stunden weiter gehen können. Etliche Signierungen später lautete das Fazit: Es war ein durch und durch gelungener Abend.

Juli 1, 2011

Achim Winter

Am 29. Juni 2011 durften wir die illustre Persönlichkeit Achim Winter bei uns begrüßen. Bekannt durch seine Kolumne Winters Woche bei hallo deutschland (ZDF) oder aus Formaten wie leute heute (ZDF) und das Dings vom Dach (hr), zeichnet sich der Moderator und Journalist vor allem durch seinen beißenden und nicht immer politisch korrekten Humor aus.

Davon geprägt ist nicht zuletzt sein 2010 erschienenes Debüt Wir sind nicht Papst! Eine Predigt. (Weissbooks Verlag). Winter rechnet in höchst sarkastischen Tönen mit dem Gesellschaftsbild der Klatschspalten ab und konstatiert die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts sei der Notorismus – die Sucht um jeden Preis auffallen zu wollen. Er revoltiert gegen Phänomene einer Lena Meyer-Landrut oder Daniela Katzenberger, gesteht aber eine Mitschuld seiner Zunft durchaus ein.

Mit einem Lachen, das seinesgleichen sucht, präsentierte uns Achim Winter einen facettenreichen Reigen an kontroversen Meinungen, schillernden Promibegegnungen und verriet: „Ein bisschen notorisch ist wohl jeder.“ Klar, dass wir die Gelegenheit beim Schopfe fassten und ihm in einer ausgiebigen Fragerunde nochmals gehörig auf den Zahn fühlten.

Mehr zum Autor, Pressestimmen und eine hervorragende Rezension zu Wir sind nicht Papst! Eine Predigt. findet Ihr in unserem Programmheft.

Programmheft Achim Winter

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Mai 19, 2011

Thomas Kapielski

Am Mittwoch, den 18. Mai 2011, gastierte Thomas Kapielski im Forum universitatis. Der bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller las unter anderem aus seinem, in der edition suhrkamp erschienenen, Prosaband Mischwald.

Kapielskis Mischwald stellt eine oftmals vignettenhafte Aneinanderreihung von kurzen Textpassagen dar. Dabei wird keine offensichtliche Handlung ausgetragen; vielmehr steht jede Textstelle für sich und tritt zugleich in Dialog mit anderen Textstellen des Mischwald. So ergibt sich ein komplexes Netz von Querverweisen und Interferenzen innerhalb des Prosabandes. Es leuchtete ein, als der Autor während der Lesung seine literarische Verfahrensweise als ein Arbeiten nach dem Prinzip der „thematischen Adhäsion“ beschrieb. In seinen Werken stellt Kapielski amüsante Beobachtungen aus einem affektierten Kunstbetrieb an und lamentiert zugleich die Verkümmerung der echten Kultur. Die Heiterkeit an der Oberfläche des Kapielskischen Textes wird somit von einer tiefen subkutanen Traurigkeit begleitet. Gerade die Heterogenität seines Werkes sorgte für eine anregende Lesung und eine belebte Diskussionsrunde.

Mehr zu diesem renommierten Autor, Pressestimmen und eine Rezension zu Mischwald findet Ihr in unserem Programmheft.

Programmheft Thomas Kapielski

November 9, 2010

Svenja Leiber

Am Montag, den 8. November 2010, war Svenja Leiber zu Gast im Philosophicum.

Mit ihrem Roman Schipino entführte uns die Schriftstellerin zu besagtem, fiktiven Ort; weit abgelegen, mitten im tiefsten Russland. In Schipino kommt eine seltsame Gesellschaft zusammen, deren Vorgeschichte nur lückenhaft aufgeklärt wird. Bereits auf den ersten Seiten umfängt den Leser eine bedrückende und melancholische Atmosphäre. Die Ereignisse werfen zahlreiche Fragen auf – viele bleiben unbeantwortet. Die rätselhafte und spannende Grundstimmung hält den Leser fest. Schipino, so wirbt der Klappentext, ist „ein Roman von geradezu magischer Sprachkraft über die Suche nach Atem in einer atemlosen Zeit“.

Mehr zur Autorin, begeisterte Pressestimmen und eine Rezension zu Schipino findet Ihr in unserem Programmheft.

Programmheft Svenja Leiber

Juni 23, 2010

Markus Henrik

Heute schon kopiert? Kaffee gekocht? Wichtige Unterlagen archiviert?

Die Firma übernommen?

Am 22. Juni 2010 wurden wir im professionellen Umgang mit dem neuen Unternehmenstyp, „dem Praktikantenausbeuter“, geschult. Copy Man heißt der Roman, den Markus Henrik uns im Q-Kaff präsentierte. Mit Videoclips und Gitarre ausgestattet, verlieh der 27-jährige Autor seiner Lesung das besondere Etwas.

In unserem Programmheft könnt Ihr mehr über den Autor, seine bisherige Karriere als Buchautor und seinem Dasein als Rockkabarettist 2.0 erfahren.

Programmheft Markus Henrik

Oder Ihr schaut einfach mal auf der Homepage von Markus Henrik vorbei.

www.markushenrik.de